Elsenbach Kundensicht

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Bilder denken – Frank Hoffmann über Nicole Elsenbach

Es war meistens im November, aber es war eigentlich fast schon wie Weihnachten.

Zusammen mit meinem versammelten Team saß ich in meinem Büro bei den Ruhrfestspielen und schaute auf die Tafeln, die vor unseren Augen defilierten, eine verschiedenartiger und facettenreicher als die andere. Die Aufgabe lautete, aus den Tafeln die Illustrierung des Leitmotivs für die nächste Spielzeit der Ruhrfestspiele auszuwählen. Die Qual der Wahl.

Es war spannend. Tafel für Tafel wurde ein neuer Entwurf zum Leitmotiv enthüllt. Nicole Elsenbach, unterstützt von ihrer Mitarbeiterin Wiebke Windhagen, präsentierte akribisch und ausführlich jeden einzelnen Entwurf, den sie mit den entsprechenden konzeptionellen Gedanken kommentierend begleitete. Wir hingen an ihren Lippen und an ihren Bildern.

Die Ruhrfestspiele hatten das Thema für die nächste Saison, deren Programm im Spätherbst im Großen und Ganzen stand, vorgegeben. Jetzt ging es darum, das Bild zum Thema zu finden. Und das war spannend. Und das war wichtig. Das beste und aktuellste Thema hat keine Chance, den Zuschauer zu erreichen, wenn die Bildsprache nicht passt. Nicole Elsenbach wusste das, und sie wusste auch, dass die Findung des passenden Bildes ein Prozess war. Die unterschiedlichen Möglichkeiten der bildnerischen Umsetzung zeigten uns zugleich die vielschichtige Betrachtungsweise des jeweiligen Themas auf. Am Ende des Prozesses stand ein einziges Bild – und es schien dann immer das einzig mögliche, das einzig richtige zu sein!

Nicole Elsenbach – wie vor ihr der wunderbare Helmut Rottke, dem sie zu Beginn der langjährigen Mitarbeit mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen assistierend zur Seite stand – denkt in Bildern, aber im Grunde auch in Worten. Sie weiß um die sensible Kraft der Bilder, aber sie weiß auch, dass Worte Bild werden können. Deshalb ist sie eine außerordentliche, quasi philosophische Grafikerin, wie es heute nur noch wenige gibt.